• 03.06.2020 22:31 - Corona - Update vom 03.06.2020
von Johanna in Kategorie Allgemein.

Nun ist es also (fast) soweit: Noch 12 Tage und das gelobte Land darf wieder gestürmt werden. Wenn es da nur nicht diese – ich nenne sie mal so – „Unverbesserlichen“ gäbe. Lieber würde ich dafür einen deftigeren Ausdruck nutzen, aber man versteht wahrscheinlich auch so, was ich meine. Siehe z. B. Göttingen.
Nein, ich will gar nicht pessimistisch sein, aber die Vorstellung dass Mette ohne zu zaudern den Riegel wieder vorschiebt, ist schon krass allerdings bestimmt nicht unrealistisch, wenn sich solche Vorkommnisse häufen. Ich will den „Feiernden“ gar nicht grundsätzlich Leichtsinn (oder Egoismus, Dummheit) unterstellen, aber aus welchem Grund auch immer die noch geltenden Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand und MNS missachtet werden – das Ergebnis bleibt das Gleiche. Einer ist dabei, der das Virus in sich trägt und schwupps, haben sich 105 Personen (aktueller Stand aus den letzten Nachrichten) angesteckt.

Unter Berücksichtigung dieser Entwicklung sind nach meiner Ansicht die Lockerungen wohl doch etwas zu zügig vorangetrieben worden. Klar, die Politiker wollen natürlich, dass die Wirtschaft wieder brummt. Ist ja auch verständlich. Und natürlich ist es schön, dass man mal wieder die Nase vor die Tür stecken kann, sogar andere Menschen sieht (außer im Supermarkt), dass die Kids wieder draußen spielen und zur Schule gehen können. Aber habe besagte Politiker dabei nicht bedacht, dass es immer ein paar Prozent „Unverbesserliche“ in der Bevölkerung gibt, die ohne zu zögern, sofort jede Vorsichtsmaßnahme außer Acht lassen?

Ungeachtet dessen werden jetzt weitere Verbote außer Kraft gesetzt. Ich persönlich halte es für brandgefährlich, dass man sich jetzt beispielsweise wieder in größeren Gruppen treffen können soll (warum allerdings das Grillen dabei untersagt bleibt, ist wohl ein großes politisches Geheimnis und für mich total unlogisch). Man kann sich doch an einer Hand ausrechnen (ohne deshalb Mathematiker sein zu müssen), dass auch Leute, die NICHT leichtsinnig sind und sich ansonsten an die Regeln halten, sich bei solchen „Versammlungen“ näher kommen als es vernünftig wäre.

Logo, die Vorstellung mit 30 Leuten an einem Tisch zu sitzen, an dem 60 oder 80 Platz haben, ist ja auch nicht gerade erstrebenswert, geschweige denn hyggelig. Gleiches gilt wohl auch für Partykeller oder Gartenfeste. Es bleibt doch einfach nicht aus, dass dann solche Szenarien wie in Göttingen das Ergebnis sind. Wenn dann auch noch Alk im Spiel ist…….

Ich würde mich davon übrigens auch nicht freisprechen. Wie oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich einer Kollegin zu nahe gekommen bin, weil es etwas am PC zu erklären gab oder ich ganz einfach zu weit an sie rangekommen bin, da ich etwas schwerhörig bin. Da wir ansonsten – wenn wir denn mal zusammen im Büro sind – mindestens 2 Meter auseinander sitzen, tragen wir da natürlich auch keine Maske. Weil das so ist, sind wir hauptsächlich im Home Office, auch um nicht ungewollt Gefahren herauf zu beschwören. Wir versuchen also vernünftig zu sein und trotzdem bleibt immer ein gewisses Risiko (auch ohne Alk).

Letztendlich habe ich also die Befürchtung, dass uns doch noch eine zweite Welle überrollen wird. Man sieht ja in den Niederlanden, in Schweden, in Brasilien und vor allem in den USA, was passiert, wenn man jede Vorsicht in den Wind schießt. Und was das für unsere innereuropäischen Grenzen bedeuten könnte, kann man sich dann getrost an der zweiten Hand ausrechnen.

LG Johanna



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