• 11.05.2020 00:37 - Corona - Update vom 11.05.2020
von Johanna in Kategorie Allgemein.

Update vom 11.05.2020

Grundsätzlich möchte ich mal betonen, dass ich die einzelnen MP`s der Bundesländer nicht um ihre Aufgabe beneide. Sie tragen eine hohe Verantwortung für ihre Entscheidungen. Aber vieles ist in meinen Augen doch ziemlich „Banane“.

Genauer kann ich da natürlich nur für NRW sprechen (und Laschet ist ohnehin nicht gerade mein Freund), weil ich zwar jeden Tag die Fallzahlen Deutschlands, Europas und der Welt vergleiche, aber nicht auch noch alles nachlese, was im Einzelnen an Lockerungen beschlossen wurde. Somit bleibe ich also erstmal in dem Bundesland NRW.

Was mir als erstes in den Sinn kam, als bekannt wurde, dass ab heute die Restaurants wieder geöffnet werden, war die Frage, wie das denn vonstatten gehen kann. Die Tische sollen so weit auseinander stehen, dass man nicht mit den „Nachbarn“ in Berührung kommt. Die Kontaktdaten der Personen werden notiert für den Fall, dass man eine Infizierung nachverfolgen muss. Die Tische müssen reserviert werden usw. So weit so gut. Aber dann? Das Servicepersonal wird einen Mundschutz tragen müssen (davon gehe ich jetzt einfach mal aus). Die Gäste – die sich ja nach der Lockerung auch mit z. B. EINER befreundeten Familie treffen dürfen – können die bis zum Servieren der Getränke ebenfalls so handhaben. Was ist danach? Essen und Trinken mit Mundschutz? Das gibt mir doch sehr zu denken. Aber ist wohl notwendig, weil wir ja die Kellnerin nicht anstecken wollen…
Dazu sage ich jetzt für mich: Ich werde vorläufig kein Restaurant aufsuchen.

Dass jeden Tag andere Maßnahmen ergriffen werden, kann ich ja noch verstehen. Schließlich muss man sich immer nach den neuen Fallzahlen richten. Demnach ist das Hü und Hott irgendwie auch nachvollziehbar. Aber manche Entscheidungen kommen mir wirklich wie an den Haaren herbeigezogen vor. Wieso müssen in einem Kaufhaus für jeden Kunden 10 m² zur Verfügung stehen, in einem Fitnessstudio aber nur 8? Weshalb muss der Friseur sozusagen in OP-Kleidung arbeiten und der Kunde soll die Maske ausziehen, weil man sonst nicht schneiden kann? Warum müssen wir alle in jedem Geschäft – als Kunde – die Verschleierungstaktik anwenden, das Personal aber nicht. Macht das alles Sinn? Also für mich nicht.

Ok, die Wirtschaft muss wieder ans Laufen kommen. Das ist wohl keine Frage. Und das Volk muss geschützt werden. Ebenfalls verständlich. Demnach müssen Kompromisse her. Auch das ist nachvollziehbar. Aber rechtfertigt das wirklich alles?

Gehen wir mal nach DK. Als Jüten gestern den Artikel verlinkt hat, indem von den neuen Maßnahmen/Lockerungen die Rede war, war ich erst mal sprachlos und das will bei mir schon etwas heißen. Wie kann man nur den Mindestabstand zwischen zwei Personen auf einen Meter reduzieren und im nächsten Satz erklären, dass dies aber nicht gilt, wenn man auf engem Raum mit vielen Personen zusammen ist? Dann gelten nach wie vor die zwei Meter. Das ist doch so, als wollte ich das Wohnzimmer in weiß gestrichen haben, allerdings nur mit schwarzer Farbe.

Ja, ja, die Chef´s haben es schon schwer. Dass sie jedoch angesichts der Krise vollkommen ihren vorher gesunden (?) Menschenverstand verloren haben, war wohl so nicht zu erwarten. Wir sind schließlich in Europa und nicht in den USA oder Asien.

Es steht ja außer Frage, dass es genügend Leute (in allen Ländern) gibt, die die Pandemie verleugnen/nicht ernst nehmen oder sogar Verschwörungstheorien aufstellen, von wegen Viren im Labor erzeugt (wem sollte das eigentlich was bringen?). Von daher ist es in meinen Augen schon richtig, Demos aufzulösen bei denen – vor allem der rechte Dreck – die Unbeteiligten dazu auffordern, ihre Maske abzunehmen und ohne diese einkaufen zu gehen. Können sie ja selber machen, sollten dann allerdings auch geharnischte Strafen dafür zahlen müssen. Aber leider gibt es ja auch genügend „Chef´s“, die der Meinung sind, dass diese neue „Grippewelle“ kein Grund ist, um irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.
Ich muss mich an dieser Stelle wohl korrigieren. Ich hatte mit "öffentlichen Raum" eher an Museen, Galerien, Restaurants usw. gedacht. Aber Hescha hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass damit bestimmt Zusammenkünfte im Außenbereich gemeint sind. Also bitte ich die dänische Regierung - wenn es denn so sein sollte - hiermit ganz formell um Entschuldigung.

Gehen wir mal zurück nach Heinsberg. Klar ist man hinterher immer schlauer. Aber reine Spekulation…… Wenn man den Kreis direkt isoliert hätte, wäre es vielleicht – in Deutschland – gar nicht so weit gekommen. Dazu muss man allerdings auch anmerken, dass D ohnehin nicht die Ausgeburt des Bösen ist. Ohne jetzt mal wieder mit Zahlen zu langweilen, ist es für jeden der lesen kann ersichtlich, dass sich unser Land ganz gut schlägt in dieser Krise und dass sogar unser Gesundheitssystem – was ich übrigens immer bestritten hatte – besser ist als in so manch anderem europäischen Staat, geschweige denn außerhalb Europas.
Wie dem auch sei, die Krisenintervention die jetzt in Coesfeld (Westfleisch) ihren Anfang genommen und sich auf sämtliche Schlachthöfe NRW´s ausgedehnt hat, war nach meiner Ansicht richtig. Allerdings kann man an dieser Stelle genau sehen, dass die Politik viele Branchen gar nicht auf dem Schirm hatte. Von 1200 meist rumänischen und bulgarischen Arbeitern sind bis gestern Abend über 200 positiv getestet worden. Und ach. – welche Überraschung – man stellte fest, dass diese Personen zusammengepfercht in kleinen Zimmern (Containern?) „hausen“ und dass es in ihrem Arbeitsumfeld bisher niemanden interessiert hat, ob Sicherheitsabstände eingehalten werden (ist wahrscheinlich auch nicht möglich), oder ob sie Schutzmasken tragen. Klar, der Dönermensch hat natürlich nur seine Bilanz im Sinn. Was macht es schon, wenn da ein „paar“ von seinen Billiglohnarbeitern das Virus in sich tragen. Nein, an dieser Stelle höre ich damit auf. Nur eins noch: Für mich ist das moderne Sklaverei.
Jedenfalls ist es nach meiner Meinung soweit korrekt, dass man Coesfeld jetzt sozusagen „eingezäunt“ hat, obwohl es mit dieser einen Woche bestimmt nicht getan ist. Auch, dass jetzt die Mitarbeiter aller Schlachthöfe in NRW getestet werden, halte ich für eine durchaus sinnvolle Maßnahme.

Eins muss ich dazu aber doch noch erwähnen. Leider weiß ich nicht mehr, welcher Politiker folgenden Spruch (sinngemäß) zu der Lage in Coesfeld abgelassen hat.
„Das Fleisch kann ruhig weiter ausgeliefert werden, es wird ja nicht roh gegessen.“
Mag ja stimmen, aber mir persönlich fällt dazu nix mehr ein.

So, für heute habe ich mal wieder genug Sermon abgelassen….

LG Johanna



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