• 10.04.2020 20:38 - Corona - Update vom 10.04.2020
von Johanna in Kategorie Allgemein.

Update vom 10.04.2020 – Freitag

So, nun hat die Chefin (Merkel) also versprochen, dass es nicht soweit kommt….

Ältere und/oder Vorerkrankte werden nicht gesondert isoliert. Die wirtschaftliche Lage ist ihr also nicht so wichtig wie das Erhalten von Leben. Nun, das klingt ja für „uns“ (die besonders Gefährdeten) erstmal sehr human. Aber ich habe da doch gewisse Zweifel.

Erstens kann ich mich an ein von ihr gegebenes Versprechen im Zusammenhang mit einer Wiederwahl als Kanzlerin erinnern, dass da hieß: „Mit mir wird es keine PKW-Maut geben“. Dass es letztendlich tatsächlich nicht dazu gekommen ist, war nun wirklich nicht ihr Verdienst, geschweige denn das Einhalten ihres Versprechens. Nun sollte man dem natürlich auch nicht zu viel Gewicht beimessen, da Politiker es im Allgemeinen ja nicht immer so genau nehmen, wenn es darum geht, dem Volk etwas zu verkaufen. Scheuer ist also europäisch gescheitert. Das mag man gut finden oder nicht. Ich persönlich hab es von Anfang an für eine Schnapsidee gehalten. Aber das nur am Rande.

Worauf ich hinaus will? Auf zweitens: Die Ministerpräsidenten der Bundesländer kochen – wie weithin bekannt sein dürfte – nun mal gerne ihr eigenes Süppchen. Wenn dann neun der MP´s der Meinung sind, dass es wichtiger ist, die Wirtschaft nicht total vor die Wand zu fahren, lässt sie sich überreden? Oder geht man in NRW, Bayern, Baden-Württemberg her und zieht mit ihrem Segen dort die Maßnahme „Einsperren“ durch? Sehr spekulativ, ich weiß.

Drittens steht da noch die Frage im Raum, was denn nun die potentiellen „Gefangenen“ davon halten würden, wenn sie sich vier/sechs/acht Wochen nicht aus dem Haus begeben dürfen: Ich selber war da sehr zwiespältig (dazu weiter unten mehr) und vermutlich wird es den Meisten so gehen. Einerseits will man sich selber schützen und vermeidet eh schon alle Kontakte, die nicht zwingend notwendig sind. Dazu bedarf es auch kaum Anweisung von „oben“. Andererseits will man ja auch nicht vereinsamen. Gerade bei älteren Singles (von denen manche nicht mal einen PC besitzen) ist diese Frage besonders zu bewerten. Man ist definitiv auf Hilfe angewiesen und hat somit auch wieder Kontakt nach „draußen“.

Dann ergibt sich noch das Problem, wem kann man vertrauen? Ordere ich einen der freiwilligen Helfer, drücke ihm meine Geldbörse in die Hand mit dem Auftrag, mir Tomaten und Käse zu besorgen? Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Freiwilligen mit Geldbörse, Tomaten und Käse zurück kommt, aber dass es auch in dieser Krise genug schwarze Schafe gibt, die diese Situation zu ihren Gunsten nutzen (siehe den Betrug mit den Online-Anträgen für die Soforthilfe in NRW). Schwierig. Aber letztendlich müssen wir es ja ohnehin so nehmen, wie es kommt/bestimmt wird.

Laut RKI sind in den letzten 24 Stunden in Bayern 1574 Neuinfizierte gezählt worden (ohne Dunkelziffer). In NRW „nur“ 1067, in Thüringen 65 und in Bremen 9. Klar, regional sehr unterschiedlich, aber unter dem Strich sieht das doch so aus, als könnte man durch die bisherigen Maßnahmen nicht das erreichen, was nach meiner unmaßgeblichen Meinung passieren müsste.
Wenn man diese Krise irgendwann (hoffentlich noch in diesem Jahr) wirklich überwinden will, sollte es schneller gehen. Das würde aber wiederum bedeuten, dass auch Deutschland bald an seine Grenzen stößt, was Intensivbetten und Beatmungsgeräte (von Schutzkleidung mal gar nicht zu reden) betrifft. Daher neige ich inzwischen zu der Ansicht, dass es gar nicht so verkehrt wäre, jüngere und ansonsten gesunde Leute „frei laufen zu lassen“ (und ich bin kein Ökonom!) und die Gefährdeten trotz oben genannter Bedenken für diese Zeit tatsächlich zu isolieren. Wobei ich natürlich zugeben muss, dass das durchaus deprimierend sein könnte. Damit hätte man dann aber genug Kapazitäten in den Krankenhäusern und die meisten Älteren könnten noch diverse Jahre ihre Rente genießen.
Das setzt allerdings nach meiner Ansicht auch voraus, dass bald ein Impfstoff gefunden wird, denn ohne den wird es bei den (offiziellen) Infizierungen bestimmt noch zwei (?) Jahre dauern, bis diese Seuche vom Tisch ist.

Wünsche trotz allem ein schönes Osterfest.

LG Johanna



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Kommentar von Hescha
- 11.04.2020 13:01

Ich wäre jedenfalls für einen Mund- Nasenschutz in der Öffentlichkeit, also beim Einkaufen und im Nahverkehr. Wenn es ausreichend davon gäbe, hätten wir das schon. Das ist meine volle Überzeugung.
Ich habe so ein selbstgebasteltes Teil. Schützt mich zwar nicht wirklich aber bei genügend Abstand zum nächsten, ist das schon sehr hilfreich. Vor allem, wenn alle so etwas aufhaben.
Das ist ja auch schon bei den "normalen" Erkältungs- und Grippewellen von Vorteil. Komisch, dass sich darüber in unseren Gefilden vorher keine Gedanken darüber gemacht haben. Ich kenne das von Kollegen schon länger. Da hatten zu meiner aktiven Zeit viele eine Maske auf, wenn sie erkältet waren. Ich muss dazu allerdings sagen, dass ich in der medizischen Grundlagenforschung tätig war und unser Institut dadurch auch sehr international aufgestellt ist.

Man bekommt ja auch mit so einem Mundschutz nicht die volle Virendröhnung ab. Denn für die Schwere der Erkrankung spielt ja wohl auch die Menge an Viren eine Rolle mit der der Körper am Anfang der Infektion zu tun bekommt.

Ich hoffe jedenfalls, dass wir mit einem blauen Auge davon kommen werden und bin wirklich froh in so einem Fall in Deutschland zu wohnen. Trotz aller Mängel können wir noch recht recht zufrieden mit unserem Gesundheitssystem sein.

LG Hescha

Kommentar von Johanna
- 11.04.2020 12:23

Hallo Hescha,

nein das habe ich nicht vergessen. Es ist nur schwierig, sich da auf genaue Zahlen stützen zu wollen. Stelle gleich im Corona-Thread mal einen Artikel ein, der sich auf eine Studie aus Heinsberg (bei mir "um die Ecke") bezieht. Es ist sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich die einzeln Forscher/Wissenschaftler/Virologen.... usw. die Lage sehen.

Natürlich muss die Wirtschaft wieder hochgefahren werden. Nüchtern betrachtet bin ja selber zu der "schmerzlichen" Erkenntnis gekommen, dass dann eben nur ein Teil der Bevölkerung isoliert werden müsste. Wobei davon wiederum ein Teil - so böse das auch klingen mag - ja auch nichts (mehr) zum BIP beiträgt. Ich bin da ein Zwitter, von denen es natürlich auch Einige gibt. Arbeite zwar noch, aber genau genommen bin ich eigentlich schon "fertig". Soll heißen, dass ich dem Staat mehr Kosten verursache als dass ich einbringe. Bittere Wahrheit.
Insofern bin ich da ganz auf Deiner Seite, was die Wirtschaft und deren "Spätfolgen" betrifft.

LG Johanna

Kommentar von Hescha
- 11.04.2020 11:49

Hallo Johanna,

bei allen deinen Ausführungen darfst du nicht vergessen, dass man die Zahl der Neuinfektionen mit denen der Genesenen in Relation stellen muss. Dann sieht das mit den Intensivbetten und Beatmungsgeräten wieder etwas anders aus. Laut der Johns Hopkinsuniversität sind bei uns in Deutschland bisher fast 54000 wieder genesen. Die muss man ja von den Gesamtinfizierten wieder abziehen. Dann sieht es bei uns wirklich nicht mehr so ganz dramatisch aus, zumal ja wirklich nicht jeder Infizierte ein Beatmungsgerät braucht bzw. brauchen wird.

Man muss schon irgenwann die Wirtschfat wieder hochfahren, denn sonst würde wirklich nicht nur das Virus den Menschen schädigen, sondern die anderen "Spätfolgen" wären vielleicht weitaus gefährlicher in ihren Auswirkungen. Ich denke da nur an die 1930er Jahre. Das möchte ich nicht erleben.

LG Hescha

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