• 27.03.2020 00:14 - Corona - Update vom 27.03.2020
von Johanna in Kategorie Allgemein.

Update 27.03.2020 – Freitag

Nein, keine Zahlen heute. Man kommt da ja eh nicht mehr hinterher.

Vorab: Was ist der Unterschied zwischen einem Politiker und einem politischen Kabarettisten?
Letzterer sagt in der Regel die Wahrheit.
Der Politiker redet viel und sagt nichts (wobei es da sicher hin und wieder auch Ausnahmen gibt).

Damit verrate ich mal einen meiner geheimen Wunschträume. Ich liebe politisches Kabarett, seitdem ich mich generell für die immer verlogenere Politik interessiere. Das ist schon ein paar Jahrzehnte der Fall. Ein politischer Kabarettist erzählt jedenfalls mehr Wahrheiten, als man jemals im Bundes- oder Landtag zu hören bekommt (vielleicht war das früher mal anders, wage ich aber nicht zu beurteilen). Ok, manchmal ist das, was sie erzählen schon ein wenig überholt, aber dafür ist es ja auch „Show“. Wenn ich also die Fähigkeit dazu besäße, wäre ich gerne so ein Typ a la Fritz Eckenga oder auch Volker Pispers geworden (ist vielleicht langfristig gesehen auch besser, als K-Papier herzustellen).

Warum ich das erzähle? Zudem noch in einem DK-Forum? Na, wegen des Coronavirus natürlich. Der ist auch in DK – wie in fast jedem anderen Land dieser Erde – ungebeten zu Gast. Es ist übrigens sehr schön, dass die Dänen mit diesem Thema so pragmatisch umgehen (wie Jüten es beschrieben hat). Ich denke, wir Deutschen sind da tatsächlich nicht ganz so entspannt. Was nun besser ist, sollte man vielleicht dahin gestellt sein lassen.
Aber zurück zum Thema: Wäre ich jetzt also Kabarettist, ein sehr böser noch dazu, bekäme ich garantiert jeden Tag zwischen 10 und 100 noch bösere Mails (vorausgesetzt, so viele Leute würden überhaupt zuhören) zu lesen. Das macht aber nix, denn es gehört dazu. Als Kabarettist ist man in der Regel kein Märchenerzähler oder Schönredner, sondern bissig und zumindest sich selbst gegenüber ehrlich. Das ist auf jeden Fall mein Eindruck. Genauso wäre ich auch. Wenn ich auch sonst durchaus der Meinung bin, dass es noch etwas anderes zwischen schwarz und weiß gibt, hier passt nur entweder die nackte Wahrheit in Zynismus/Sarkasmus verpackt oder gleich die Klappe halten. Dass ich nicht zur Kategorie „Klappe halten“ gehöre, muss wohl nicht extra betont werden.

Also hypothetisch. Logischerweise würde mein aktuelles Programm aus drei Stützpfeilern bestehen. Corona – K-Papier und Hamster unter Bezugnahme auf diverse Länder. DK käme mit seinem Pragmatismus gut dabei weg, aber Russland, die Türkei und diverse andere – auch außereuropäische – Staaten bekämen so richtig ihr Fett weg. Als Kabarettist kann man das nämlich aussprechen, ohne Repressalien der jeweiligen Chefs befürchten zu müssen. Für den Shitstorm der Leser/Zuhörer braucht man natürlich ein dickes Fell, aber das gehört halt dazu. Dass Deutschland den Stempel der laaaaangsamen und umständlichen Bürokratie und Schönfärberei aufgedrückt bekäme, versteht sich von selbst. Natürlich ebenfalls unter der Berücksichtigung, dass man auf einmal auch schnell und unbürokratisch handeln kann, wobei sich das ja erst noch in der Realität zeigen muss.

Neben dieser unbestreitbar schlimmen Naturkatastrophe namens Corona und deren negativen Auswirkungen – medizinisch, wirtschaftlich und menschlich – gibt es aber nach wie vor auch positive Aspekte und genau die sind eben äußerst zweifelhaft für viele Menschen. Aber ich hätte trotzdem kein Problem damit, hier sowohl das verbesserte Klima, als auch die Flüchtlinge (warum sollten sie weiter nach Europa wollen, wo sie doch vom Regen in die Traufe kämen), das teilweise neu entstandene zwischenmenschliche Sozialverhalten, die künftige Einsparung vieler Renten, die freien Plätze in Seniorenheimen, die Ruhe auf den Straßen, der andeutungsweise gebremste Zulauf zu den Rechten, das Übersichhinauswachsen der Leute, die den Laden am Laufen halten, Besinnung auf das Wesentliche, Nachdenklichkeit über unsere häufige Dekadenz, weil immer alles so selbstverständlich war… sehr deutlich zu machen. Letztendlich könnte man das auch als „Selbstreinigung der Natur“ bezeichnen. Wer dann mit solchen Aussagen ein Problem hat, sollte vielleicht seine Scheuklappen anbehalten und sich lieber weiter alles schönreden.

Abschließend (für den Moment) weise ich noch ausdrücklich darauf hin, dass eine wie ich zu alt ist, um noch den Versuch zu wagen das Pferd zu wechseln. Wird nix mit Kabarett……

In diesem Sinne wünsche ich allen noch eine gute Nacht und vor allem Gesundheit.

Herzlichst Johanna



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